|
Sehr geehrter Herr Barske, ich schreibe Ihnen als den Autor der Stellungnahme der Spitzenverbände der Gesetzlichen Krankenkassen zu den Ärzteprotesten in den neuen Bundesländern. Wissen Sie, daß die Angaben des Sachverständigenrates bezüglich des internationalen Vergleichs ziemlich daneben sind: Rechnerisch relativ hohe Ausgaben für Gesundheit im Vergleich zum Ausland kommen zustande, weil in Deutschland Ausgaben für Nichtrezeptpflichtiges oder Nichtapothekenpflichtiges hinzugezählt werden, ebenso Ausgaben für Betriebsmedizin und das Kurwesen, das es in vielen verglichenen Ländern gar nicht gibt. Würde die Ausgangsrechenbasis vereinheitlicht, würden wir eine gute Position abgeben. Dann zum Ergebnis der Gesundungsbemühungen, die Lebenserwartung als geeignete Meßlatte. Die tatsächliche Lebenserwartung der Deutschen ist 6 Jahre länger als von den Sachverständigen berücksichtigt wie Sie der Tabelle der Lebensversicherer entnehmen können. Denn nur in Deutschland wird jede Totgeburt über 1000g als Sterbefall gezählt, international und auch bei der Sterbetafel der Lebensversicherer aber nur die Frucht, die bei Geburt noch ein Lebenszeichen wie Schreien oder Herzschlag von sich gibt. Ist es Zufall oder Absicht, bestellte Auftragsarbeit vor den angekündigten Ärzteaktionswochen, daß die Leistungen unseres Gesundheitswesens kleingerechnet werden? Niederlande, vom AOK-Verband u.a. Kassen gern als Mustermodell für ein Gesundheitswesen genannt, da bei nur 8.5 % Ausgaben des Bruttosozialproduktes die Lebenserwartung leicht besser als die der Deutschen wäre, hat tatsächlich eine über 5 Jahre kürzere Lebenserwartung ihrer Bevölkerung gegenüber Deutschland! Und dann wäre noch das Ausgangsmaterial für die Berechnung der Kosten zu überprüfen, siehe oben. Ich bin gespannt auf seriöse Zahlen. Auch wenn es Ihnen nicht schmeckt, Sie können stolz sein auf die Arbeit der Ärzteschaft, die ist überwiegend sehr qualifiziert. Schlechte Arbeiter kommen bei allen Berufen vor, bei den Ärzten sind sie nicht repräsentativ. Trotz allem Kostendruck, der auf der GKV lastet, gebt den Ärzten, von denen Sie leben, was sie verdienen. Ärzte bekamen mal für ihre ambulante Behandlung 23% der Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen ! Mit freundlichem Gruß Th.Scholz, |