Aktionsrat Berliner KassenärzteBerlin, den 24. September 2001
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wie Sie bereits aus der Presse, dem KV-Blatt und dem Kammerblatt erfahren konnten, werden wir am 1. Oktober wieder einen Aktionstagveranstalten. Damit wollen wir erneut versuchen, die Öffentlichkeit auf die kritische Situation der Berliner niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten hinzuweisen. Dies wird von der Öffentlichkeit aber nur wahrgenommen, wenn sich auch wirklich viele Kollegen an der Aktion beteiligen werden. Deshalb rufen wir Sie über Ihre Berufsverbände , aber auch über die Bezirksorganisationen des Mediverbundes und soweit möglich über die Gremien der KV auf, sich an diesen Aktionen zu beteiligen. Die Aktion ist bewusst in die Nähe des Einheitstages gelegt, es wird eine koordinierte Aktion zusammen mit den Kollegen der Neuen Länder sein als Ausdruck dessen, dass ganz Ost-Deutschland unter besonderen Problemen im Bereich der gesundheitlichen Versorgung und der Honorierung der ärztlichen Arbeit zu leiden hat. Wir meinen, gute Gründe dafür zu haben, als Berliner Aktionsrat hier mit den Neuen Ländern gemeinsam zu agieren, weil viele Probleme ähnlich gelagert sind, viele Probleme Berlins durch den Zusammenschluß der beiden ungleichen Hälften der Stadt entstanden sind, wir aber gleichzeitig sicher auch die besonderen und andersartigen Probleme der Stadt überbringen können werden. Wir möchten Sie bitten, an diesem Tag den gesundheitspolitischen Bundestagswahlkampf zu eröffnen. Ihr Wartezimmer soll Wahlkampfbüro werden. Sprechen Sie mit Ihren Patienten, legen Sie den beigefügten Handzettel aus. Wir werden versuchen, bis zu diesem Tag auch noch weiteres Material über den Postweg zu Ihnen zu senden. Schön wäre es auch, wenn Sie Ihre Patienten zum Mitmachen bewegen könnten. Wenn die Patienten ihrerseits Briefe an das Gesundheitsminsiterium oder die Parteien senden könnten. Die eigentliche Aktion ist dieses Wahlkampfbüro Wartezimmer. Hier haben wir ein politisches Potenzial, welches wir nutzen müssen. Wir haben das Vertrauen unserer Patienten und wir können unsere Patienten sachlich und korrekt über die katastrophalen Entwicklungen im Gesundheitswesen informieren und sie zu einem sinnvollen Gebrauch ihrer Stimme als Wähler auffordern.
Als äußeres Zeichen Ihres Mitmachens und zweiten Teil der Aktion war geplant, ein weißes Tuch aus den Fenstern Ihrer Praxis zu hängen, damit man in der ganzen Stadt und im ganzen Land auch hätte sehen können, wie viele Ärzte mit ihrer Situation unzufrieden sind. Wegen der Geschehnisse in Amerika haben die fachärztlichen Berufsverbände beschlossen, um Missverständnisse zu vermeiden, auf die weiße Beflaggung zu verzichten. Wir wollen bis zur Bundestagswahl regelmäßig Material aussenden, benötigen dafür aber Finanzmittel: wer also auf das Konto des Aktionsrates : Wer auf das Konto Nr. 000 520 98 62 "Aktionsrat Berliner Kassenärzte" Dr. Bikadorov und Rouwen Apobank BLZ 100 906 03 - DM 100.-- mit Betreff "Plakat" und Adressangabe überweist, bekommt während des Bundestagswahlkampfes jeden Monat ein Poster für's Wartezimmer und einen Handzettelentwurf. Das Geld wird vollständig zu diesem Zweck eingesetzt, nur bei sehr schlechter Beteiligung kann die Anzahl der Plakate geringer ausfallen. Mit freundlichem Gruß Anton Rouwen
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