25.9.2001

Pressekonferenz des Aktionsrates der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten Ostdeutschlands

Kein Aufbau der Psychotherapie
in den neuen Bundesländern

Die psychotherapeutische Versorgung in den neuen Bundesländern hat sich seit der Wende nicht wesentlich verbessert. Immer noch stehen der Bevölkerung nur ein Drittel der notwendigen ambulanten Therapieplätze zur Verfügung wie in jedem westlichen Bundesland. Die Folge sind unzumutbare Wartezeiten, vermeidbare Krankenhauseinweisungen und Gefährdung des Arbeitsplatzes.

Die eingeschränkten Behandlungskapazitäten bekommen auch Patienten mit chronischen Schmerzsyndromen und Krebspatienten besonders nachteilig zu spüren. Ganz besonders prekär ist die Versorgung im Bereich der ambulanten Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen. Gerade hier besteht ein großes familiäres und gesellschaftliches Interesse an zeit- und wohnortnahen Behandlungsmöglichkeiten, die Wartezeiten auf einen Therapieplatz betragen ein Jahr oder länger - mit entsprechend negativen Folgen für die Entwicklung der betroffenen Kinder. Spätfolgen sind bekanntlich teurer!

Immer noch stehen für die gesetzlich gewollte ambulante Versorgung im Osten der Republik nur ein Drittel der Mittel pro Versicherten zur Verfügung wie in den westlichen Bundesländern. Dafür ist der notwendige Aufbau der ambulanten Psychotherapie nicht zu leisten. Deswegen stehen wir Psychotherapeutinnen und -therapeuten gemeinsam mit den ärztlichen Kollegen auf gegen die Gesundheitsmauer und verlangen im Interesse unserer Patientinnen und Patienten - weg mit zweierlei Maß an Gesundheitsleistungen!

 

Andrea Mrazek

Sprecherin Aktionsbündnis Psychotherapie