Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V.
1. Vors.: Prof.Dr. J.Mahlstedt
45136 Essen, Henricistr. 40, Tel: 0201-8950370 FAX: 0201-8950345

Obmann Land Berlin:
Dr.sc.med. Klaus Buchali
Facharzt für Nuklearmedizin u. Innere Medizin
Schönhauser Allee 82, 10439 Berlin
Tel. (030)4443149 FAX (030)4459522
Email: klaus.buchali@dgn.de

Berlin, 2.3.2001

Zur aktuellen Situation in der Fachgruppe Nuklearmedizin

Tabelle der Radiopharmakakosten im Vergleich zum aktuellen Honorar in Berlin

Untersuchung

Radioph.kosten*)

Primärkassen**)

Ersatzkassen**)

Myokardszintigr.

178,-

123,60

166,18

Hirnperfusionssz.

449,-

247,20

332,35

Skelettsz.

45,-

126,07

164,50

Leberfunktionssz.

150,-

118,66

159,52

Leukozytensz.

752,-

642,72

864,11

Galliumsz.

885,-

363,38

488,55

*) nach Entwurf EBM 2000+
**) Punktwert 3.Quartal 2000

Die Zahlen belegen, daß für eine Reihe von Untersuchungen in der Nuklearmedizindas jetzt erzielbare Honorar nicht oder nur gerade die Radiopharmakakosten für die Untersuchung deckt.

Daß zur Durchführung der Untersuchungen sowohl eine dem gegenwärtigen fachlichen Niveau entsprechende technische Ausrüstung wie auch qualifizierte Mitarbeiter notwendig und zu finanzieren sind, ist unbestritten. Diese Kosten sind in dieser Aufstellung überhaupt noch nicht berücksichtigt.

Die Honorarmisere führt dazu, daß

· hochqualifierte Untersuchungen aus dem Leistungsangebot für Kassenpatienten gestrichen werden müssen und z.T. nicht mehr angeboten werden

· daß Einspareffekte auch bei den noch kostentragenden Untersuchungsverfahren gesucht werden müssen, die sich zwangsläufig negativ auf Qualität und Verfügbarkeit für den Kassenpatienten auswirken.

Doz.Dr.sc.med. Klaus Buchali

 


 

Auszüge aus einem Schreiben des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner e.V. an die KV Berlin

... im Fachgebiet Nuklearmedizin (Kapitel Q 2) sind abweichend zu anderen Fachgebieten die Kosten für die zu verbrauchenden Radiopharmaka in die Punktbewertung der Leistungen einbezogen. Dieser Bruch in der Systematik des EBM führt bei dem jetzt erreichten Punktwert für die Primärkassen in Berlin von 4,608 Dpf. dazu, daß für eine Reihe wichtiger und auch häufiger Untersuchungs- und Therapieverfahren das Honorar die Kosten für die Beschaffung der Radiopharmaka unterschreitet. Grundlage der Nuklidpreise ist eine Erhebung an Hand von Rechnungen aus mehreren Berliner Praxen aus dem Jahre 1998, die als Zuarbeit für den neuen EBM zusammengestellt wurde. Die angegebenen Preise sind inzwischen durch die gestiegenen Transportkosten angestiegen. Dabei sind die Kosten für die Praxisführung und die Geräteamortisation noch völlig außen vor, ganz zu schweigen von der Vergütung der ärztlichen Tätigkeit. Eklatant sind besonders die Einbrüche bei solchen EBM-Ziffern, die speziell für die Anwendung ausgewiesener Radiopharmaka eingerichtet wurden (z.B. 5402, 5457). Wir müssen feststellen, daß unter diesen Bedingungen eine ordnungsgenmäße Betreuung von Patienten der Primärkassen nicht mehr gewährleistet werden kann. Insbesondere muß die Durchführung aufwendiger und teurer Verfahren unterbleiben und die Patienten dazu an stationäre Einrichtungen verwiesen werden....