Thema des Jahres: Moorhuhnjagd!

Die BKK-VBU hat ihre Machtposition großzügig dafür ausgenutzt, Ärzte abzumahnen, die z.B. den "Offenen Brief" (an Patienten, die einen Kassenwechsel beabsichtigen) in ihrer Praxis oder auf anderen Wegen verteilt haben. Das Flugblatt konnte anfangs aus dem Buschtelefon heruntergeladen werden. Den "Offenen Brief" gibt es in der ursprünglichen Form seit Monaten nicht mehr im Buschtelefon.
Gegen den Autor des Briefes und die Redakteurin des Buschtelefons wurden zunächst Einstweilige Verfügungen (500.000.-- DM Strafe bzw. Gefängnis) erlassen, es mußten sicherheitshalber noch weitere Texte entfernt werden. Inzwischen hat das Berliner Landgericht in beiden Fällen diesen Weg jedoch als unzulässig erklärt und die Verfahren an das Sozialgericht verwiesen.

Vorsicht! Es werden auch mit anderen Begründungen Abmahnungen ausgesprochen, teilweise werden den betroffenen Kollegen auch Aussagen unterstellt, die sie nicht gemacht haben! Sie werden kaum ohne die Hilfe eines Anwaltes auskommen! In einem Fall wurde wegen einer ironisch gemeinten Aussage sogar ein Zulassungsentzugsverfahren in die Wege geleitet!

Rote Hand! Verwenden Sie nicht das Wort "Billigkassen"! Dieses Wort ist angeblich diskriminierend und kann rechtliche Folgen haben. Vorschläge für andere Bezeichnungen werden weiter gerne entgegengenommen, häufig verwendet wird jetzt "KNK" (Kassen mit Niedrigen Kopfpauschalen), über die Zulässigkeit des auch verwendeten Begriffes "B-Kassen" bin ich mir unsicher, bitte fragen Sie Ihren Anwalt.

Spendenkonten

Hintergrund dieses erbitterten Kampfes einer Krankenkasse gegen protestierende Ärzte ist die Tatsache, daß mit jedem Versicherten, der von einer länger bestehenden Krankenkasse in eine billigere Krankenkasse, wie z.B. die BKK-VBU wechselt, der ambulanten Versorgung in Berlin im Schnitt 400.-- DM entzogen werden. kleine Erfolge
so schreibt die BKK-VBU
As You Like It
Öffentliche Stellungnahme zur Abmahnung des Buschtelefons
Die von der BKK VBU und der Aufsichtsbehörde an die KV Berlin weitergeleiteten Beschwerden über Ärzte sind zu einem größeren Teil offenbar überzogen oder gar völlig unbegründet
Es wird zum Jahreswechsel in Berlin mit ca. 100.000 solchen Kassenwechslern gerechnet, d.h. 40 Mio. DM für ca. 6000 Kassenärzte entspricht ca. 6700.-- DM je Arzt und Jahr. Da zahlreiche Praxen, vorwiegend im Osten, schon jetzt keine Gewinne mehr erwirtschaften, kann dies der Tropfen sein, der das Pleitefass zum Überlaufen bringt.
Originale des "Offenen Briefes" sind noch vereinzelt im Umlauf, da sie von vielen Kollegen vervielfältigt und an weitere Kollegen weitergegeben wurden... Wenn Sie Ärger und Kosten vermeiden möchten, verteilen Sie den Brief bitte nicht mehr.

Die Betroffenen koordiniert:

Dr.E.Wille Ärztekammer Berlin
Fax 744 03 90 oder Fax 40806 168
Tel. 40806 - 148 (oder 40806 - 115)

Es wurden zwei Spendenkonten eingerichtet, um betroffenen Kollegen zu helfen:

Hausärztevereinigung
Berlin

Spendenkonto:
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Verwendungszweck: "Kassenwillkür"
Kto. 010 446 18 00
BLZ 100 906 03

Facharztvereinigung
Berlin

Spendenkonto:
Sparkasse Berlin
Verwendungszweck:
"Ärzte schützen Ärzte"
Kto. 95 000 44 56
BLZ 100 500 00