Gesundheitspolitischer Aschermittwoch 

am Mittwoch, den 13 Februar 2002 in Halle/Saale

Podiumsdiskussion mit

  • Dr. Hans- Jürgen Thomas, Hartmannbund- Vorsitzender
  • Dr. Kerstin Löwe, stellv. Bundesvorsitzende, Freier Verband Deutscher Zahnärzte
  • Dr. Thomas Lipp, Vorstandsmitglied des Hartmannbundes
  • Dr. Carsten Hünne

Auf der Veranstaltung zum "Gesundheitspolitischen Aschermittwoch" in Halle stellte Herr Thomas das zweite Plakat der Hartmannbundes vor und forderte die Ärzte auf,endlich Klartext zu reden:Wenn Gewerkschaften und andere Berufsverbände Lohnerhöhungen fordern-und das als ganz normal akzeptiert wird-und wenn die öffentlichen Verwaltungen gnadenlos Gebühren erhöhen und wenn die Krankenkassen-Chefs sich aus den Versichertenbeiträgen Apanagen zuschanzen,die oft das Salär des Bundeskanzlers übersteigen , dann muss es möglich sein,daß auch die Ärzte finanzielle Forderungen stellen. Thomas prangerte-wie auch alle Redner nach ihm- die skandalöse Unterbezahlung der ärztlichen Leistungen in den Neuen Bundesländern,die falschen Arzneimittelrichtlinien,die Nichtbezahlung von Überstunden in den Krankenhäusern u.a. an, die bereits zu Versorgungsschwierigkeiten geführt haben.

Auch die folgenden Redner-eindrucksvoll die Beiträge von Frau Löwe und Herrn Lipp- stellten fest,dass die Gesundheitspolitik der Regierung gescheitert ist und forderte einen Neuanfang . Alle Beteiligten waren sich einig,dass eine Reform des Gesundheitssystem,ja unseres Sozialstaats ohne Einfordern der Eigenverantwortung der Patienten nicht gelingen kann.
Die anwesenden Politiker,die Generalsekretärin der FDP,Frau Pieper ,sowie von der CDU die Gesundheitsminister von Thüringen und Sachsen-Anhalt (ehem.) forderten die Abschaffung der Budgetierung und plädierten für ein sozial abgefedertes Kostenerstattungssystem. - Die eingeladenen Vertreter von SPD und PDS hatten abgesagt:Dazu das Auditorium:Parteien,die sich nicht für unsere Probleme interessieren, wählen wir nicht!
Die Politiker wiesen daraufhin, daß eine umfassende Reform die Dauer von mindestens zwei Legislaturperioden und Mehrheiten in allen Parteien benötigt. Einigkeit bestand auch darüber, daß den Kassen keine größere Macht eingeräumt werden darf und die freie Arztwahl erhalten bleiben muß .
Die Ärzte wurden aufgefordert, nicht in Lethargie zu verharren , sondern ihre Pflichten als Staatbürger und ihre Verantwortung gegenüber ihren Patienten wahrzunehmen und sich in diesen schwierigen Zeiten des Umbruchs politisch zu engagieren.

Notiert: F. Kruse