Kommentar zur Öffentlichen Vertreterversammlung der KV Berlin mit Florian Gerster (SPD), Sozialminister des Landes Rheinland-Pfalz, am Donnerstag, 14.02. 2002Wie soll man ein Protokoll schreiben, wenn sich der Redner laufend in Widersprüche verstrickt ? |
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| die Ausführungen des Herrn Minister Gerster | konnten den anwesenden Ärztevertretern | |
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| die gute Laune meist nicht verderben | auch wenn man gelegentlich sorgenvolle Gesichter sah | |
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Der Besuch von Minister Florian Gerster in der
Kassenärztlichen Vereinigung in Berlin endete mit der gutgelaunten
Stimmung einer Faschingsveranstaltung, obwohl die Ideen des Herrn Gerster
für die Ärzteschaft ja nicht so ganz ungefährlich sind... Herr Gerster bezog sich auf einen Text, den er in der Frankfurter Rundschau
vom 12.01.2002 veröffentlicht hat, der aber leider dort bereits archiviert
ist. Er nannte 4 Ziele: Qualität, Wirtschaftlichkeit, Solidarität
und Subsidiarität. Leider ist es mir aus dem sonst gesagten auch
nicht gelungen zu verstehen, wie er diese Ziele mit Inhalt füllen
will. Das deutsche Gesundheitswesen sei in hohem Maße anbieterorientiert
und sektorialisiert. Die Gesundheitsreform 2000 bezeichnete er als erfolgreich.
Eine immerhin eindeutige Aussage war, daß die Krankenkassenbeiträge
im Moment zu hoch seien. Ob sie mit seinen geplanten Reformen dann tatsächlich
gesenkt werden können, wurde dann schon weniger klar... Herr Minister Gerster sprach sich für eine systemüberwindende Reform aus, die angeblichen Anbieterkartelle müssen zerschlagen werden, der Sicherstellungsauftrag der kassenärztlichen Vereinigungen sei nicht akzeptabel. Auch der Kontrahierungszwang der Kassen sei nicht akzeptabel. Der Leistungskatalog der Pflichtleistungen müsse begrenzt werden, Wahlleistungen seien selbstverständlich. Kurz darauf sprach er sich aber gegen Pflicht- und Wahlleistungen aus. Der Herr Minister bemühte sich, recht charmant und nett aufzutreten,
betonte, in seinem Freundeskreis vorwiegend Ärzte zu haben, und daß
eine Gesundheitsreform ohne die Ärzte ja nicht möglich sei.
Gelegentlich deutete er auch an, z.B. an anderer Stelle bei Krankenhäusern
oder Psychotherapieleistungen sparen zu wollen und daß es nach seinen
Reformen ja einigen Kollegen sogar besser gehen würde. Rechte Freude
darüber wollte im Saal nicht aufkommen... Zwei Dinge habe ich tatsächlich begriffen: 1. Die Gesundheitspolitik kann nach Ansicht von Herrn Gerster wahlentscheidend sein und der Herr Minister ist mit der derzeitigen Gesundheitspolitik nicht einverstanden. Daß er der Ansicht ist, es besser zu können und diese Aufgabe gern übernehmen möchte, ging aus seiner Rede ziemlich eindeutig hervor. 2. Der Herr Minister ist selbst privat versichert. Es folgte ein wohltuend klares Statement von Herrn Richter-Reichhelm. Dieser stellte nochmal klar, daß die angebliche Ausgabenexplosion nicht existiert, erläuterte die Rolle der Verschiebebahnhöfe und betonte, daß ärztliche Qualitätssicherung jetzt schon existiert und noch weiter ausgebaut wird. Er stellte sein Mengenbegrenzungsmodell nochmals vor und warnte vor dem von Herrn Gerster vorgeschlagenen Einkaufsmodell, in dem kleine Gruppen von qualifizierten Anbietern die Preise diktieren würden. Leise aber ganz unmißverständlich sagte er, daß mit dem Sicherstellungsauftrag auch die Friedenspflicht der Ärzteschaft fallen würde, die sich dann das derzeitige erfolgreiche Vorgehen der französischen Kollegen zum Vorbild nehmen werde. Kommentar: Svea Keller |
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