Der Eckige Tisch fordert eine radikale Gesundheitsreform


Die Einführung des Kostenerstattungsprinzips ist die einzige Lösung um den Zusammenbruch der ambulanten Versorgung der deutschen Bevölkerung zu verhindern. Darüber waren sich die Aktionsärzte des Buschtelefons einig, die sich am 1.12.2001 erstmals in Berlin am "Eckigen Tisch" getroffen haben. Anwesend waren Gesprächsteilnehmer aus Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen, 10 Ärzte und 3 nichtärztliche Berater.

Gemeinsames Ziel ist die Einführung des Kostenerstattungsprinzips mit
Selbstbehalt, d.h. die niedergelassenen Ärzte schreiben Rechnungen nach
einer Amtlichen Gebührenordnung. Vorläufig muß dies die GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) sein, mittelfristig soll diese durch eine betriebswirtschaftlich kalkulierte Gebührenordnung auf Europäischer Ebene ersetzt werden. Eine Härtefallklausel für sozial Schwache und Schwerstkranke soll vorgesehen werden, aber mindestens 2/3 der Bevölkerung sind in der Lage, die Rechnung des Arztes so wie die Rechnung des Klempners zu bezahlen und ihrer Versicherung zur Erstattung einzureichen.

Alle Versuche der Politik, das SGB V (Sozialgesetzbuch V) zu verbessern, hat zu weiteren Verschlechterungen für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung geführt. Dieses Gesetz muß, sofern seine Abschaffung nicht möglich ist, radikal umgeschrieben werden. Ein Ersatz durch ein völlig neues Gesetz auf Europäischer Ebene muß mittelfristig vorbereitet werden.

Die Erfolge der Aktionswochen vor einem Jahr haben gezeigt, daß es sich
lohnt, an der Information von Bevölkerung, Politik und Presse über
bestehende Mißstände im Gesundheitswesen zu arbeiten: Der Kollektivregress ist abgeschafft, der Risikostrukturausgleich wurde reformiert, Themen wie "Verschiebebahnhöfe", "Mehrwertsteuer auf Arzneimittel", "Tabaksteuer" sind aufgegriffen worden und werden diskutiert.

Die Aktionsärzte suchen die Zusammenarbeit mit den vorhandenen
Ärzteverbänden, um das gemeinsame Ziel des Kostenerstattungsprinzips zu erreichen. Patienten, Presse und Politik müssen so lange über die desolate Lage im Gesundheitswesen informiert werden, bis die dringend fällige radikale Gesundheitsreform durchgeführt ist.

Ausführliche Informationen unter:
www.buschtelefon.de

Kontakt:

Dr. Svea Keller
Augenärztin
Caseler Str. 2A, 13088 Berlin
Tel. 030 - 421 17 54
s.keller@augen.de