Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich habe heute am X.9.2001 gerade ein sehr interssantes, längeres und
freundliches Gespräch mit dem örtlichen Chef der Barmer Ersatzkasse, einem Hr. XXX, in XXX gehabt.

Der Hintergrund des Gespräches ist die Tatsache, das die Kassen mit Ihren Case-Management-Programmen auf Bundesebene offenbar nicht weiterkommen. Jetzt schwärmen wohl die Lokalfürsten aus, um auf lokaler Ebene eine Aufweichung zu erzielen.

Es wird dabei ganz offen mit der Unzufriedenheit der Kassenärzte
mit der KV gerechnet. Ziel ist es mit kleinen, lokalen Ärztegruppen Verträge, z.B. zum Asthma Case-Management, abzuschließen. Die Bereitschaft hierzu wollte der Barmerchef bei mir erkunden. Er hatte übrigens ganz undiskret meine Karteikarte vor sich liegen, in der er Unterlagen über mich gesammelt hatte.

Dabei muß man wissen das die Barmer ganz offen mit dem Preis wie auf dem Bazar handelt. Bei der nCPAP-Kontrolle der Schlafapnoepatienten z.B. sollen wir in XXX zum lächerlichen Tarif von 90,- DM eine Nacht im Schlaflabor ersetzten. Mit den DRG´s sei es langfristig eh egal wo die Leistung erbracht würde und wenn das Schlaflabor das zu diesem Preis macht dann können die Niedergelassenen das auch. Nur die Niedergelassenen erhalten 80,-DM... (und es gibt ja Kollegen die es dafür machen).

Die langfristige Steuerung ob ambulant oder stationär, das wäre doch eine schöne Aufgabe für die Niedergelassenen und da könnte man als Kasse ja auch Geld sparen was dann wieder für die Ärzte an anderer Stelle zur Verfügung stünde.

Im Übrigen stünden Scout 24 und eine Fa. Medwantes (oder so ähnlich aus Frankfurt) schon bereit und würden Netze und Ärztegruppen unter Vertrag nehmen um dann den Kassen deren Leistungen global zu verkaufen. Kleine Kassen müssten diese Vermittlerdienste dann annehmen und auch für die großen Kassen wäre dies vermutlich lohnend.

Ich habe angeboten die EBM-basierte und ökonomisch für die Kassen überaus attraktive (weil Geld einsparende) Asthmaschulung zu etablieren oder die CPAP-Kontrollen zu einem ordentlichen Preis zu vergüten. Und dies dann mit der KV und für alle und qualitätsgestützt. Dazu war dann doch keine spontane Bereitschaft vorhanden.

Die Strategie der Barmer ist klar wenn mann hört was in Thüringen mit der Asthmaschulung läuft. In Bayern für 100,-DM /Std. mit KV und Kassen vereinbart in Thüringen Angebot der Barmer 40,-/Std. an die Pneumologen. Das haben dann selbst die gebeutelten Thüringer abgelehnt.

Ich warne vor diesen freundlichen Gesprächen. Bitte lassen Sie sich nicht über den Tisch ziehen. Qualität hat seinen Preis. Preisverhandlungen wie im Bazar sind ok auf dem Bazar. Im Gesundheitswesen bitte über die üblichen Kanäle und nie alleine!!!


Ihr
XXX