Protokoll des Aktionsratstreffens der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten Ostdeutschlands am 7.11.2001 in Potsdam
Sprecher: Prof. Dr. M. Link, Dr. B. Hausen, Dr. D. Sturm, Andrea Mrazek, T. Rouwen Vertretene Länder: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin
Bericht aus den einzelnen Ländern:Der gesundheitspolitische Bundestagswahlkampf läuft bereits in den Praxen. In Sachsen wurden Plakate und Handzettel an alle Praxen verteilt, in den Wartezimmern werden die Patienten informiert. Die Beflaggungsaktion wurde anlässlich der aktuellen politischen Ereignisse nicht durchgeführt, soll aber zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. FDP und PDS haben Herrn Link jeweils eingeladen. In Berlin wurde die Aktion von
den Facharztverbänden nicht befürwortet, deswegen gibt es zur
Zeit dort keine Aktivitäten. Poster wurden teilweise verteilt, bestimmte
Fachgruppen, u.a. die HNO- Ärzte und die Urologen, erwarten aber
weitere Aktionen. In Sachsen Anhalt wurde am 1.10.2001 eine erfolgreiche Podiumsdiskussion durchgeführt. Plakate wurden in den Praxen verteilt und aufgehängt. In Mecklenburg-Vorpommern gibt
es einige sehr engagierte Praxen, es wurden auch Plakate verschickt. In Brandenburg gab es dagegen bei den Kollegen wenig Reaktionen. Die Aktionen wurden von der KV auch nicht unterstützt. Plakate wurden nicht verteilt. Herr Hansen hatte ein Interview mit dem ORB. Trotzdem gibt es vereinzelt sehr engagierte Kollegen, in einzelnen Praxen wird sehr heftig diskutiert. * In ländlichen Regionen tritt in vielen Neuen Ländern zunehmend ein Ärztemangel ein, da freiwerdende Arztsitze nicht mehr besetzt werden können. Manche Arztpraxen wandern auch ab. In Mecklenburg-Vorpommern wird sogar schon die erste Klinik wegen Personalmangel geschlossen. Es ist möglich, daß versucht werden wird, zum Ausgleich polnische Kollegen zu gewinnen. Polen steht auf jeden Fall bereit, Deutsch sprechende Ärzte zu schicken. * Das Arzneimittelproblem steht im Moment sehr im Vordergrund der Gesundheitspolitik und lenkt von den Honorarproblemen der niedergelassenen Ärzte ab. Es ist noch überhaupt nicht erwiesen, ob die veröffentlichten Arzneimitteldaten überhaupt stimmen, in der Vergangenheit hat es Beispiele gegeben, das solche Zahlen später revidiert werden mussten. * Es wurde betont, daß die Aufgabe des Aktionsrates Ost die Vertretung speziell der Ostdeutschen Interessen ist. Man wird sich hierauf konzentrieren, eine bundesweite Zusammenarbeit ist nicht geplant. * In diesem Jahr ist geplant:
Spektakuläre aktive Aktionen sind für das nächste Jahr angedacht und sollen, falls erforderlich, zeitnah zum Bundestagswahlkampf stattfinden. Die weiteren Aktionen werden im Februar beschlossen.
Protokoll: Dr. Svea Keller |